GLAS. Vom Goggo Roller bis zum V8

Die neue Sonderausstellung zeigt die faszinierende Geschichte einer Landmaschinenfirma aus Niederbayern, die zum größten BMW - Werk wurde.

Hans Glas wanderte vor dem 1. Weltkrieg in die USA aus, da es für ihn als Nachkömmling keinen Platz in dem schon seit 1860 bestehenden Familienunternehmen für Landmaschinen zu geben schien. Nach dem Krieg war die Firma in andere Hände übergegangen. Hans Glas brachte sie wieder in Gang und kaufte sie nach und nach zurück. Glas wurde unter seiner Leitung zum größten Sämaschinenhersteller Europas.

Nach dem 2. Weltkrieg hatte sein Sohn "Anderl" die Idee einen deutschen Motorroller nach dem Vorbild der Lambretta zu bauen. Der Goggo-Roller passte genau in die Zeit des beginnenden Wirtschaftswunders und wurde zu einem Riesenerfolg. Landmaschinen spielten bald nur noch eine untergeordnete Rolle: Das Amazonenwerk in Gaste freute sich über ein zusätzliches Geschäft.

Mit dem schnell wachsenden Wohlstand wurde der Wunsch nach Wetterschutz immer größer und Glas reagierte mit dem genialen Goggomobil. Es war zuverlässig, hatte Platz für 4 Personen und konnte mit dem einfach zu erwerbenden Führerschein Klasse 4 gefahren werden. Entscheidend für den Erfolg (das Goggomobil wurde zum erfolgreichsten Kleinstwagen der Welt) war aber wohl auch die Form: Es sah aus wie ein richtiges (wenn auch kleines) Auto und nicht so ungewohnt wie Isetta, Messerschmitt oder Zündapp Janus. Bald wurde auch mit einem Coupé der Wunsch nach bescheidenem Luxus erfüllt.

Der weitere Aufstieg gestaltete sich etwas holpriger: Mit Viertakt-Boxer-Motor und modischer Panoramascheibe wollte man das Goggomobil modernisieren aber das brachte nicht den gewünschten Durchbruch.

Besser gelang das mit dem nächsten Genie-Streich: Mit einem hochmodernen, aber sehr preisgünstig zu fertigendem, leistungsfähigen Motor-Konzept verblüffte man nicht nur die Fachwelt. Glas Fahrzeuge zeigten bei Motor-Sportveranstaltungen auch erfolgsgewohnten Marken die Rücklichter. Nur die Formgebung erschien etwas unbeholfen.

Für Abhilfe sorgte der berühmte italienische Designer Pietro Frua. Seine Kreationen für Glas gelten noch heute als Meisterwerke. Für viele waren es die schönsten deutschen Automobile.

Leider waren dafür weder das Händlernetz noch die Produktionsmöglichkeiten ausgelegt. Der damals bekannte Rennfahrer war BMW-Händler und Freund der Familie Glas. Er vermittelte die "Ehe" zwischen den bayrischen Auto-Herstellern. Heute ist das ehemalige Glas-Werk in Dingolfing BMW's größte Produktionsstätte.

Pfingsten 2017 wird das Automuseum Melle zum Ziel des Glas - Jahrestreffens.
Bis dahin ist die Sonderausstellung zu den normalen Öffnungszeiten des Museum zu besichtigen.

Dienstag bis Samstag von 11.oo h bis 18.oo h, Sonntag von 10.oo h bis 18.oo h

In der umfassenden Sonderausstellung werden praktisch alle Glas Fahrzeuge gezeigt: Dazu gehören unter vielen anderen:

  • Der in Australien gebaute Dart,
  • einer der pfiffigen und überaus raren Goggomobil-Transporter,
  • der einmalige Strandwagen von Pietro Frua,
  • ein erfolgreicher Touren-Rennwagen,
  • ein von den Auszubildenden der Georgmarienhütte, von Kabelmetall und Stadtwerken gebautes Elektro-Goggomobil,
  • der großartige V8 vom Großherzog von Luxemburg,
  • der AWS Shopper der von einer Autozeitung zum hässlichsten Auto der Welt gekürt wurde

Unsere Öffnungszeiten

Dienstag - Samstag:

11:00 - 18:00 Uhr

Sonntags:

10:00 - 18:00 Uhr

Montags ist das Museum geschlossen.