Dampf in Melle, 20. Deutsche Dampf Automobil Tour

1. bis 4. Mai 2019

In diesem Jahr steht ein kleines Jubiläum an. Seit zwanzig Jahren beginnt für die Fahrer von Dampf-Automobilen die Saison am Automuseum Melle "Geschichte auf Rädern". Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es weltweit mehr Dampf- als Benzinautos. Das ist lange vorbei. Jahrzehntelang galt das Dampfauto als praktisch ausgestorben, Besucher im Automuseum verwechseln es regelmäßig mit der in Kriegszeiten verbreiteten Notlösung der so genannten "Holzvergaser". Dabei sollte man sich gerade - aber nicht nur - aus Umweltgründen durchaus wieder mit dieser Technik beschäftigen. Im Automuseum wird seit vielen Jahren ein Stanley 735B aus dem Jahre 1919 gehegt und gepflegt, der schon viele Melleraner mit seiner Leistung und seiner Beschleunigung verblüfft hat. So erreichten Vanderbilt Racer schon 1906 Geschwindigkeiten von bis zu 180 km/! Die vom amerikanischen Präsidenten bevorzugten White haben sogar das Problem des Wasserverbrauchs durch ein Kondensationssystem gelöst. Mehrere White nehmen an der diesjährigen Ausfahrt teil. Alle Dampf-Automobile sind extrem leise und umweltfreundlich (keinerlei Stickoxyde). Sie brauchen keine Kupplung und kein Getriebe und waren durch ihr hohes Drehmoment Benzinautos in Beschleunigung und Bergsteigevermögen überlegen.

Heiner Rössler vom Automuseum gründete das "Dampf Automobil Register" um die versprengten Dampf Automobil Fahrer in Europa zusammenzuführen und zum Erfahrungsaustausch anzuregen. Heute hat sich daraus eine lebendige Szene entwickelt. Zentrum dafür ist Melle, wo man sich am Automuseum zur viertägigen Deutschen Dampf Automobil Tour trifft.

Ein Spektakel ganz eigener Art ist das morgendliche Aufheizen im Innenhof des Museums. Die Brenner erzeugen fremdartige Geräusche: Man glaubt fast, von Dinosauriern im Liebeswahn umgeben zu sein. Kessel speien beim Abblasen riesige Dampfwolken. Die Fahrer hantieren mit Lötlampen bis der nötige Dampfdruck (42 bar) erreicht ist. Der Start vollzieht sich dann ganz ruhig: Trotz atemberaubender Beschleunigung hört man praktisch keine mechanischen Geräusche.

Das alles kann man täglich vom 1. bis 4. Mai zwischen 8.3o h bis 9.3o h im Museums-Innenhof erleben. Ab nachmittags ca. 16.oo h treffen die Dampfer nach ihrer Ausfahrt wieder im Museum ein.

Großartige zum Teil private Sammlungen von technischen Raritäten gibt es in unserer Region. Einige werden bei dieser Tour von den Dampfautomobilen besucht - Die Teilnehmer aus aller Welt sind schon gespannt.

Sie kommen aus den USA England, Österreich, Belgien, Holland und immer mehr auch aus Deutschland. Alle sind gern bereit, den Wissensdurst der Zuschauer zu befriedigen.

Dabei sind zusätzlich einige frischgebackene Dampfautobesitzer mit ihren noch nicht fahrbereiten Wagen. Melle ist inzwischen der Platz geworden, wo man sich die nötigen Fachkenntnisse holt. Mehrere Dampfautomobile wurden ja schon im "Veteranenhof" des Automuseums restauriert.

Viel Bewunderung wird sicher der frisch restaurierte Stanley Mountain Wagon von Roel Rasker erfahren. In den Rocky Mountains gab es ein Hotel, das 50 Meilen von der nächsten Bahnstation entfernt war. Die unbefestigte Straße dorthin war so steil, dass sie bisher nur von Maultieren bewältigt werden konnte. Kein Benzinauto war dazu in der Lage. Ein "Mountain Wagon" hatte keine Probleme 12 Passagiere und ihr Gepäck sicher und schnell zum Hotel zu bringen!

 

 

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