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Das Magazin bietet spannende Einblicke hinter die Kulissen. Ein Magazin für alle, die die Leidenschaft für Automobile hautnah erleben möchten.

DIE ZUKUNFT
der VERGANGENHEIT

Museumsleiter Rafael Dzielecki gibt einen umfangreichen Einblick in die Ausrichtung des Meller Automuseums.

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Die Automobilwelt befindet sich im größten Wandel seit ihrer Entstehung – Elektrifizierung, Digitalisierung und neue Mobilitätskonzepte prägen unsere Gegenwart. Doch welche Rolle spielt ein Automuseum in dieser dynamischen Zeit? Wie bewahrt man Geschichte, ohne stehen zu bleiben? Wir haben mit Museumsleiter Rafael Dzielecki über Visionen, Verantwortung und die Zukunft des Meller Automuseum gesprochen.

Herr Dzielecki, „Die Zukunft der Vergangenheit“ – was bedeutet dieser Titel für Sie?

Für mich beschreibt er genau unsere Aufgabe: Wir bewahren historische Fahrzeuge, aber wir tun das nicht rückwärtsgewandt. Geschichte ist kein Stillstand, sondern ein Fundament. Ein Museum darf kein Lager sein – es muss ein lebendiger Ort des Dialogs sein. Wir zeigen nicht nur, was war, sondern stellen die Frage: Was können wir daraus für morgen lernen?

Wie positioniert sich das Meller Automuseum in einer Zeit des Umbruchs?

Gerade jetzt ist ein Automuseum besonders relevant. Wenn sich Antriebe und Mobilitätskonzepte verändern, wächst das Bedürfnis, die Wurzeln zu verstehen. Wir wollen Technikgeschichte verständlich machen – von frühen Konstruktionen bis zu modernen Entwicklungen.

Dabei geht es uns nicht nur um glänzenden Chrom, sondern um Innovation, Mut und gesellschaftlichen Wandel. Jedes Fahrzeug erzählt eine Geschichte über seine Zeit: wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Designtrends, technische Durchbrüche.

Welche Rolle spielt Emotion in Ihrem Konzept?

Eine sehr große. Automobile sind nie nur Fortbewegungsmittel gewesen – sie sind Träume auf Rädern. Viele Besucher verbinden persönliche Erinnerungen mit bestimmten Modellen. Diese emotionale Ebene greifen wir bewusst auf.

Wir schaffen Räume, in denen man nicht nur schaut, sondern eintaucht. Geschichten, Hintergründe, Technik zum Anfassen – das macht Vergangenheit erlebbar.

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Gibt es inhaltliche Schwerpunkte für die kommenden Jahre?

Ja. Wir möchten thematische Ausstellungen stärker in den Fokus rücken. Statt nur chronologisch zu präsentieren, setzen wir auf Perspektiven: Designgeschichte, Motorsport, alternative Antriebe oder auch gesellschaftliche Fragen wie Nachhaltigkeit.

Außerdem planen wir Sonderformate, die verschiedene Zielgruppen ansprechen – vom Technikenthusiasten bis zur Familie. Ein Museum muss heute vielfältig sein.

Wie wichtig ist die Verbindung zur Region?

Sehr wichtig. Das Museum ist ein kultureller Ort für die Region und zugleich ein Treffpunkt für Enthusiasten von überall. Veranstaltungen wie thematische Führungen oder Cars & Coffee-Treffen schaffen Austausch. Wir möchten ein Ort sein, an dem Menschen ins Gespräch kommen – generationenübergreifend.

Welche Vision haben Sie langfristig für das Meller Automuseum?

Ich wünsche mir, dass wir als innovatives Museum wahrgenommen werden, das Geschichte nicht konserviert, sondern interpretiert. Digitalisierung wird dabei eine Rolle spielen – interaktive Elemente, multimediale Inhalte und neue Vermittlungsformen.

Aber eines bleibt unverändert: das Originalfahrzeug. Nichts ersetzt die Präsenz eines echten Automobils mit seiner Patina, seinem Geruch, seiner Ausstrahlung. Diese Authentizität ist unser Herzstück.

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