OUT OF THE DARK
Die Sonderausstellung Out of the Dark zeigt eine einzigartige Auswahl historischer Fahrzeuge aus der Automobilsammlung von Volkswagen Osnabrück – zum ersten Mal außerhalb des Werksgeländes öffentlich zugänglich. Im Mittelpunkt steht das Erbe von Karmann, dem legendären Osnabrücker Karosseriebauer, dessen Handschrift bis heute Automobilgeschichte schreibt.
Von der Stilstudie Pik As über den VW Coupé Typ 1 bis zum Corrado G60 – die Karmann Ausstellung in Melle 2026 gibt seltene Einblicke in Entwürfe und Fahrzeuge, die sonst in keinem Museum zu sehen sind. Begleitende Sonderführungen ab Mai 2026 vertiefen die Geschichten hinter den Exponaten.

Volkswagen, 1989 — Corrado G60 Cabrio
Als der Corrado 1988 in Paris vorgestellt wird, ist es auch für Karmann ein Erfolg: Das Osnabrücker Unternehmen war an Entwicklung und Konstruktion des 225 km/h schnellen Sportcoupés maßgeblich beteiligt. Bekannt ist der automatische Heckspoiler, der ab Tempo 120 den Auftrieb um 60 Prozent senkt. Bis 1995 entstehen 97.521 Exemplare.

im gespräch
Zwei Stimmen, eine Leidenschaft: Marcel Leifer und Rafael Dzielecki im Gespräch über die Hintergründe und Highlights der Sonderausstellung – und darüber, was Karmanns Erbe bis heute so besonders macht.

Stilstudie pik as
Als sich 1973 die Tore zur 45. Internationalen Automobil-Ausstellung in Frank-furt/Main öffnen, ist die Sensation perfekt.

Coupéstudie VW Typ 1
Auffallend große Panorama-Heckscheibe und der Verzicht auf die C-Säule: Das sind die besonderen Merkmale der Coupéstudie VW Typ 1, die Karmann 1962 in Zusammenarbeit mit Luigi Segre vorstellt

Stilstudie pik as
Mit der Stilstudie Pik As stellt Karmann ein viersitziges Coupé vor, das innen und außen Maßstäbe setzt.

Karmann, 1970 — Cheetah
Giorgio Giugiaro entwirft Anfang der 70er Jahre den Cheetah. Der Prototyp ist ein keilförmiger Roadster mit Klappscheinwerfern, Rollverdeck über die gesamte Breite und in die Karosserie integrierten Stoßfängern. Das Auto auf Basis des VW Käfers wird 1971 beim Genfer Autosalon vorgestellt.

Stilstudie pik as
Unter der keilförmigen Karosserie und hinter großen Scheiben ein futuristisches Cockpit mit walzenförmigem Instrumententräger und sportlich-schmalem Lenkrad.

Karmann, 1968 — VW 411 Cabriolet
Als Diskussionsbeitrag zur möglichen Erweiterung der VW-Modellreihe entwirft Karmann 1968 ein viersitziges Vierfenster-Cabriolet mit elektro-hydraulischem Faltverdeck und heraustrennbarer Kunststoff-Rückscheibe. Weißwandreifen und rote Lackierung setzen den Zeitgeist in Szene.

Karmann, 1993 — Mercedes 300 SL Flügeltürer
Als Verbeugung vor dem legendären 300 SL Flügeltürer präsentiert Karmann 1993 eine Stilstudie auf Basis des Mercedes 300 SL Coupés – mit neu interpretierten Flügeltüren. Ein Meisterwerk, das Begehrlichkeiten weckt und Karmanns Kompetenz im Karosseriebau eindrucksvoll unter Beweis stellt.

IN'S LICHT
Marcel Leifer, verantwortlich für die Automobilsammlung VW Classic, und Rafael Dzielecki, Betriebsleiter des Automuseums Melle, besprechen gemeinsam, welche Fahrzeuge künftig in Melle zu sehen sein werden.

Karmann, 1962 — Studie Typ 1 Cabriolet
Mitte der 60er Jahre stellt Karmann diese Cabrioletstudie auf die Räder, die bei Ghia in Turin entworfen wurde. Besondere Merkmale: die sehr flache Frontscheibe, ein abnehmbares Leichtverdeck und die – zur Diskussion – unterschiedlich gestylten Seitenpartien am Heck.

Stilstudie pik as
Das Coupé, auf der Basis eines Audi 80, ist in Zusammenarbeit mit Giorgio Giugiaro (Italdesign) ent-standen.

Adler, 1936 — Diplomat Cabriolet
Dieses bildschöne Cabriolet wird von 1936 bis 1938 bei Karmann gebaut und braucht keinen Vergleich mit ähnlichen Konstruktionen von Horch, Mercedes, BMW oder Wanderer zu scheuen. Der 1,6 Tonnen schwere Zweitürer gilt in den 30er Jahren als Inbegriff eines besonders repräsentativen Automobils.

Marcel leifer
Gut vorbereitet ist halb gewonnen: Marcel Leifer nimmt sich die Zeit, die Guides des Automuseums persönlich zu schulen – damit die Sonderführungen nicht nur informativ, sondern unvergesslich werden.

Hanomag, 1949 — Zugmaschine
Bereits in den 30er Jahren engagiert sich Karmann auch im Nutzfahrzeugbau. Dieses Know-how zahlt sich aus: Die Straßenzugmaschine auf Hanomag-Fahrgestell – 20-PS-Diesel, 20 Tonnen Anhängelast – ist ein eindrucksvolles Zeugnis dieser Kompetenz.

Hanomag, 1951 — Partner
1951 stellt Hanomag den gemeinsam mit Karmann entwickelten „Partner" vor: ein ungewöhnliches Konzept mit drei Sitzen vorne und zwei Klappsitzen im Heck. Das Fahrzeug findet kaum Käufer – lediglich elf Exemplare werden gebaut. Ein enttäuschendes Ende: Der Partner bleibt der letzte Personenwagen, den Hanomag je gebaut hat.

Stilstudie pik as
Neben der außergewöhnlichen Keil-Karosserie sorgen auch Details für Diskussion: Zum Beispiel die für den Einkaufsbummel abknöpfbaren Taschen der Tür-Innenverkleidung.

Karmann, 2007 — VW Polo GTI Cabriolet
2007 präsentiert Karmann auf der IAA einen voll funktionsfähigen Prototyp des VW Polo GTI Cabrio – 130 mm länger, 40 mm breiter als die Basis, mit rotem Stoffverdeck und integriertem Glasschiebedach. Die clevere Z-Faltung verzichtet auf Verdeckkastendeckel. VW lehnt die Serienfertigung ab.

SUC X5
Karmann präsentiert auf der IAA eine Cabrio-Studie auf BMW-X5-Basis: der „SUC" – Sport Utility Cabrio. Dem viersitzigen Geländewagen setzt Karmann ein Stoffverdeck mit integriertem Ausstelldach auf, dazu gegenläufige Türen ohne B-Säule. Das ZF-Fahrwerksystem mit elektronischer Dämpferregelung CDC macht klassische Karosseriesteifheit nahezu überflüssig. Karmann sieht enormes Marktpotenzial – bis zu 180.000 Einheiten jährlich. Es bleibt eine Studie.
Souvenirs
Im Museumsshop finden sich Erinnerungen für jeden Geschmack – von Schlüsselanhängern und Postern über Cappies bis hin zu exklusiven Kleinauflagen, die eigens zu unseren Sonderausstellungen entstehen. Wer etwas Besonderes sucht, wird hier fündig.




